„[Menschen,] die auf jede kritische Reflexion der bestehenden Verhältnisse verzichten, werden gerne bezeichnet als
— opportunistisch
— konformistisch
— positivistisch
— affirmatorisch
— revionistisch
— apologetisch
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Diese Ausdrücke werden nicht immer genau unterschieden; ihre Bedeutung kann von Autor zu Autor beträchtlich variieren. Man kann sie jedoch in etwa wie folgt verstehen:
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1. Der OPPORTUNIST hängt, als zynischer Nihilist ohne Eigenschaften und Überzeugungen, sein Mäntelchen nach jedem Wind und sucht, ohne alle moralischen Skrupel, unter beliebigen Verhältnissen Gelegenheiten, sich Vorteile zu verschaffen.Vorzugsweise redet er den Repräsentanten der herrschenden Meinung nach dem Mund.
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2. Der KONFORMIST, der typische Mitläufer (glänzend beschrieben in Alberto Moravias berühmten Roman „Il Conformista“), gibt aus Feigheit und Verantwortungslosigkeit dem Druck der Verhältnisse nach, frisiert u.U. sein Gewissen (falls vorhanden) um und lügt sich die Dinge so zurecht, daß er seine Ruhe hat.
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3. Der POSITIVIST, der vermeintlich völlig neutrale, nüchtern wertfreie Beobachter, der lediglich die angeblich positive Macht des Faktischen „wissenschaftlich“ beschreibt, verdoppelt damit nur die bestehenden Verhältnisse in der Theorie und macht so „Reklame für die Welt, wie sie nun einmal ist“ (Adorno).
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4. Der AFFIRMATOR ist vorsätzlicher Überzeugungstäter, der die bestehenden Verhältnisse befestigt, weil er von ihnen profitiert oder sogar für sie verantwortlich ist, mithin Veränderungen fürchtet und Kritiker mundtot (notfalls auch ganz tot) zu machen sucht.
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5. Der „REVIONIST“ (oder Reaktionär) versucht, theoretische Fortschritte oder gesellschaftliche Veränderungen, die bereits stattgefunden haben, zu diskreditieren und im Rahmen eines ideologischen „roll back“ so schnell wie möglich wieder rückgängig zu machen.
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6. Der APOLOGET ist der begeisterte, unter Umständen fanatische Evangelist, der die bestehenden Verhältnisse rechtfertigt, preist und heiligt: er würde nicht nur selber dafür kämpfen, sondern nicht selten auch zu jeder Schurkerei greifen, um andere zu zwingen, sich daran zu beteiligen. In sehr seltenen Fällen können Apologeten – als einzige unter den genannten – hohe reflexive Intelligenz und ein ausgeprägtes kritisches Bewußtsein besitzen: ihre Begriffe und Theorien öffnen ihnen jedoch einen eher „rechtsgerichteten“ Blick auf die Verhältnisse, die sie, subjektiv oft aufrichtig überzeugt, für das kleinstmögliche Übel halten und darum gegen „Verschlimmbesserungen“ verteidigen wollen. Aus linker Sicht wird ihnen dann oft „Verrat am Geist“ oder dergleichen vorgeworfen. (Beispiele wären etwa Carl Schmitt oder Arnold Gehlen, in jüngster Zeit Martin Walser oder Botho Strauss).
„CC Schroeder“
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