„Mit freundlichen Grüßen
Mit grämlichem Hüsteln
Mit christlichem Frösteln
Mit fiesen Grimassen
Mit Finessen geilen
Mit feistem Gewinsel
Mit schwülem Gefasel
Mit schweißigen Nüstern
Mit heiserem Schmatzen
Mit Kitzeln schleimigem
Mit lüsternen Fratzen
Mit fleischigen Küssen
Mit schäumenden Fisteln
Mit Geifern freudigem
Mit scheußlichen Fotzen
Mit fröhlichem Knirschen
Mit kreischenden Flüchen
Mit freundlichen Grüßen.“
Zum Autor: Hans Magnus Enzensberger (1929–2022) war einer der interessantesten und kritischsten intellektuellen deutschen Schriftsteller*innen des 20. Jahrhunderts. Als kritischer Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen verband er analytischen Scharfsinn mit literarischer Eleganz – mit einer Prise Humor. Enzensberger war auch ein politisch denkender Autor, der die Weltsicht der 68er-Generation begleitete und danach kritisch blieb, während andere, vor allem in der Politik, sich dem „System“ anbiederten. Seine Werke durchziehen die Jahrzehnte deutscher Geschichte nach dem 2. Weltkrieg wider.
„Der Nationalsozialismus lebt nach, und bis heute wissen wir nicht, ob bloß als Gespenst dessen, was so ungeheuerlich war, daß es am eigenen Tode noch nicht starb, oder ob es gar nicht erst zum Tode kam; ob die Bereitschaft zum Unsäglichen fortwest in den Menschen wie in den Verhältnissen, die sie umklammern.“
Zum Autor: Theodor W. Adorno war ein bedeutender deutscher Philosoph, Soziologe und Musikwissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Er war ein führendes Mitglied der Frankfurter Schule und entwickelte zusammen mit anderen Theoretikern der Kritischen Theorie tiefgehende Analysen zum aktuellen Zustand von Gesellschaft, Kultur(industrie) und etwa dem „Autoritären Charakter“ vieler Menschen in diesen Gesellschaften. Adorno war bekannt für seine scharfe Kritik an der Ökonomisierung des Menschen in dieser modernen Welt und seiner Entfremdung von sich selbst. Besonders wichtig war ihm die Reflexion über das Verhältnis von Erinnerung, Geschichte und gesellschaftlicher Entwicklung. .
„Deutsche Stellungnahme:
Stellungnahme
Mimimi mimimi. .
Grundsätzlich sehen wir natürlich, dass es da in anderen Ländern Lösungen gibt, aber man muss auch sagen: Unsere Leute sind das so nicht gewohnt. Da jetzt einfach was Neues einzuführen, das wäre schon schwierig. Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich gerade erst an die aktuellen Systeme gewöhnt. Manche auch noch nicht ganz. Da kann man jetzt nicht schon wieder alles ändern.
Außerdem müsste man das ja erklären. Und erklären heißt schulen. Und Schulungen sind immer schwierig, weil dann jemand Fragen stellt. Und wenn Fragen kommen, braucht man Antworten. Die haben wir im Moment leider nicht.
Und dann ist ja auch die Frage: Was ist, wenn jemand etwas falsch anklickt? Oder gar nichts anklickt? Oder aus Versehen was Neues lernt? Das kann man nicht ausschließen. Da müssen wir die Kolleginnen und Kollegen auch schützen. .
Grundsätzlich fehlt uns dafür aktuell auch die personelle Kapazität. Die IT ist ausgelastet, die Fachabteilungen auch, und ehrlich gesagt ist gerade niemand da, der sich damit befassen könnte. Selbst wenn man wollte. Was wir ja grundsätzlich tun.
Hinzu kommt, dass jede kleinste Änderung im Arbeitsablauf zu Verunsicherung führen kann. Das haben wir schon bei neuen Druckern gesehen. Oder bei der Umstellung von „Antworten“ auf „Allen antworten“. Solche Dinge brauchen Zeit. Viel Zeit.
Bevor man also irgendetwas Neues macht, müsste man erst mal überlegen, ob man das überhaupt erklären kann, ohne dass jemand überfordert ist. Und falls doch, müsste man prüfen, ob man das nicht lieber doch lässt. .
Deshalb halten wir es aktuell für sinnvoll, erst einmal nichts zu ändern.
Das hat sich bewährt.“
„Crass Spektakel“ (Forum-User)
Art:
Forums-Beitrag .
Thema: Parodie, Humor, Software, Open Source, Behörden, europäische Souveränität
„Vielfalt, Gleichheit und Korrektheit für das deutsche Heimatland, aber auch für andere Länder natürlich! .
Danach lasst uns alle streben – also nicht als Vorschrift gemeint, aber es wäre schön – brüderlich, schwesterlich sowie queer oder geschlechtsunspezifisch ersten Grades verwandt, mit Herz und Hand und anderen Körperteilen, die genauso nützlich sind! .
Vielfalt, Gleichheit und Korrektheit sind des Glückes Unterpfand, wobei man natürlich auch auf andere Weisen Glück erfahren kann. .
Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Heimatland, aber auch andere Länder natürlich!
Also selbstverständlich nur, wenn das für dich ok ist und du gerade auch wirklich blühen willst. .
Sei einfach du selbst, Deutschland! Und auch alle anderen Länder natürlich! .
Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Heimatland. .“
Zum Autor: Das Zitat „Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers“ ist ein bekannter islamischer Merkspruch, wobei unklar ist, von wem dieses Zitat genau stammt. Der Merkspruch hebt die hohe Wertschätzung von Bildung und Wissen(schaft) in der islamischen Tradition wider. Obwohl er oft dem Propheten Mohammed zugeschrieben wird, gibt es keine authentische Hadith-Überlieferung, die diese Aussage direkt belegen könnte. Stattdessen ist der Spruch eher als allgemeiner Ausdruck der islamischen Kultur und ihrer Betonung von Gelehrsamkeit zu verstehen. ..
Interpretation: Die mit diesem Merkspruch unterstrichene Wertschätzung für das Konstruktive der Wissenschaften kann als Bewertung gegenüber einem als destruktiver gesehenen Märtyrertum gesehen werden. Dass also die intellektuelle Auseinandersetzung und das Streben nach Wissen im Islam einen höheren Stellenwert habe als der Märtyrertod. Während das Blut des Märtyrers für Opferbereitschaft und Hingabe steht, symbolisiert die Tinte des Gelehrten die Kraft des Denkens und die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, wenn es darum geht, die Welt auf konstruktive Art und Weise zu verändern. …
Im Kontext der Zeit: Während des „Goldenen Zeitalters des Islam“ (ca. 8.–13. Jahrhundert) erlebte die islamische Welt eine Blütezeit der Wissenschaften, Philosophie und Bildung. Städte wie Bagdad, Kairo und Córdoba wurden zu Zentren des Wissens, in denen Gelehrte aus verschiedenen Kulturen und Religionen zusammenarbeiteten. Auch in Südeuropa wurde dieser Einfluss etwa in Spanien deutlich. Der Merkspruch spiegelt also insgesamt die damalige Wertschätzung von Bildung wider, die als Schlüssel zur Entwicklung von Gesellschaft und Kultur galt.
„An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da. .
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei.
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst.
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: ich küßte es dereinst.
Und auch den Kuß, ich hätt ihn längst vergessen
nicht die Wolke dagewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her. .
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.“
Zum Autor: Bertolt Brecht (1898–1956) war ein deutscher Lyriker und Theaterregisseur. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern deutscher Literatur und Kunst im 20. Jahrhunderts, insbesondere durch seine Entwicklung des „epischen Theaters“. Brecht war ein politisch engagierter Künstler, der Kunst als Mittel gesellschaftlicher Aufklärung verstand. Neben seinen Theaterstücken verfasste er Gedichte, in denen er sowohl soziale Missstände anprangerte als auch persönliche, oft melancholische Töne anschlug. Nach dem Exil in verschiedenen Ländern kehrte Brecht nach dem Zweiten Weltkrieg in die DDR zurück, wo er das Berliner Ensemble gründete. ..
Interpretation: Dieses Gedicht ist eines der persönlichsten und poetischsten Werke Brechts. Es thematisiert Erinnerung, Verlust und die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz. Während die Liebe – auch vor dem inneren Auge verblasst ist, bleibt die Erinnerung wie an eine flüchtige Wolke lebendig. Wohl auch als Symbol für die Kurzweiligkeit des Lebens. Brecht setzt hier bewusst einen Kontrast zwischen dem Konkreten (dem Kuss, dem Baum, dem Tag) und dem Verschwommenen (der Wolke), das sich ebenfalls unauslöschlich ins Gedächtnis eingebrannt hat. Es ist ein Gedicht über das, was bleibt, obwohl scheinbar alles vergeht – und über wichtige kleine Momente im Leben eines Menschen. ..
Im Kontext der Zeit: Das Gedicht wurde in den 1920er Jahren verfasst, also in einer Zeit persönlicher und gesellschaftlicher Umbrüche. Brecht war damals noch nicht der politisch orientierte Dramatiker, sondern ein junger Mann, der sich hier mit subjektiven Gefühlsfragen auseinandersetzte. Das Werk steht exemplarisch für seine frühen Gedichte, die oft von Melancholie, romantischer Erinnerung und einem leisen Weltschmerz geprägt sind. Auch wenn Brecht später eher für seine politische Schärfe bekannt wurde, zeigt dieses Gedicht seine romantische Seite.
„Der Buddha nimmt die Beine in die Hand.
Der Eilbote zockelt hinterdrein.
Die Fixsterne wallen.
Der Fortschritt wartet in der Warteschleife.
Die Schnecke verrennt sich.
Die Rakete hinkt.
Die Ewigkeit setzt zum Endspurt an.
Ich rühre mich nicht.“
Zum Autor: Hans Magnus Enzensberger (1929–2022) war einer der interessantesten und kritischsten intellektuellen deutschen Schriftsteller*innen des 20. Jahrhunderts. Als kritischer Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen verband er analytischen Scharfsinn mit literarischer Eleganz – mit einer Prise Humor. Enzensberger war auch ein politisch denkender Autor, der die Weltsicht der 68er-Generation begleitete und danach kritisch blieb, während andere, vor allem in der Politik, sich dem „System“ anbiederten. Seine Werke durchziehen die Jahrzehnte deutscher Geschichte nach dem 2. Weltkrieg wider.
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Interpretation: Das Gedicht spielt ironisch mit dem Bild von Bewegung und Stillstand. Es nimmt Bilder und Klischees von Geschwindigkeit, Modernität und Fortschritt auf und kombiniert diese gezielt mit Bildern von Langsamkeit und Stagnation (Buddah, Schnecke, Fixsterne, Ewigkeit). Hierdurch entsteht Absurdität („die Schnecke verrennt sich“). Enzensberger stellt damit die Frage nach dem Sinn von Fortschritt.
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Im Kontext der Zeit: In einer beschleunigten Welt, in der alles dem Fortschritt untergeordnet scheint, wirkt sein Innehalten wie ein Akt des passiven Widerstands bzw. der Subversion. Im Lichte von permanenter Erreichbarkeit, Geschwindigkeit und technologischem Fortschritt, entfaltet die bewusste Verweigerung von Bewegung eine radikale Kraft.
Die in unserer Gesellschaft allgemein positiv konnotierten Worte des Fortschritts erscheinen plötzlich lächerlich. Dies wird dadurch verstärkt, dass sogar die Repräsentanten von Geschwindigkeit (Rakete, Fortschritt, Eilbote) nicht so recht zu funktionieren scheinen.
Das Einzige, was klar ist und Bestand hat, ist die Gewissheit, nichts mit diesem stotternden Fortschrittssystem zu tun haben zu wollen. Diese Abgrenzung kann klar als Ablehnung einer neoliberalen Gesellschaft gesehen werden, deren Ideologie karikiert wird. Das Gedicht stellt einen präzise gesetzten Seitenhieb auf einen Zeitgeist dar, dessen Mantren von Fortschritt und Geschwindigkeit ohne Substanz sind, aber dafür mit um so mehr Pathos proklamiert werden. .
„Was ich getan,
verlor den Sinn.
Weiß nicht, warum
ich fröhlich bin. .
Was ich geliebt,
deckt schon der Schnee.
Weiß nicht, warum
ich weitergeh. .
Gezählt ist schon
der Stunden Schlag.
Weiß nicht, warum
ich leben mag.“
. Zum Autor: Fritz Graßhoff (1913–1979) war ein Autor, Maler und Texter von Liedern aus Deutschland. Seine Balladen, satirische Gedichte und Chansons machten ihn besonders berühmt. Als populärer Lyriker galt Graßhoff in den 1950er- und 60er-Jahren, dessen Werke sowohl literarischen Anspruch als auch Volksnähe miteinander verbinden. Berühmt wurde er vor allem durch seine „Halunkenpostille“, eine Sammlung von ironischen, humorvollen und melancholischen Texten. Oft schwanken seine Texte zwischen Melancholie und Ironie, Nachdenklichkeit und Leichtigkeit. .
Interpretation: „Was ich getan“ ist ein kurzes, aber wortgewaltiges Gedicht. In drei Strophen beschreibt das lyrische Ich das Empfinden einer inneren Leere und des allumfassenden Weltschmerzes nach der menschlichen Katastrophe des vergangenen 2. Weltkriegs. Handlungen verlieren ihre Bedeutung, vergangene Liebe ist begraben, und selbst das Leben erscheint hoffnungslos. Trotz des Verlusts und des Beschreibens der Hoffnungslosigkeit, ist das Gedicht nicht resignativ, sondern es besteht eine kleise, kleine Hoffnung. Die ruhige Akzeptanz des Zweifelns prägt den Text eine fast meditative Tiefe. Die einfache Sprache, der gleichmäßige Rhythmus und die klare Struktur betonen den emotionalen Gehalt
.
Im Kontext der Zeit: Fritz Graßhoffs Werk entstand in der Nachkriegszeit, als viele Menschen mit persönlichen Verlusten und nah zurückliegenden Schicksalsschlägen zu kämpfen hatten. Der Zweite Weltkrieg hatte Millionen das Zuhause, vielleicht aber auch den Glauben an Ideale oder eine Zukunft geraubt. Auch Jahrzehnte später wirkten diese Traumata nach. In diesem Kontext auch dieses Gedicht zu verstehen – als Ausdruck einer „inneren Emigration“, die viele Menschen erfuhren und existenzialistischer Gedankengänge. Ohne Pathos, aber mit Tiefe werden diese Gefühle und Gedanken in Worte gefasst, geprägt von der traumatischen Erinnerung, an Verlust, aber auch die Notwendigkeit zum Weiterleben. Das Gedicht wirkt wie ein stiller Monolog des Menschen im Angesicht der Endlichkeit – eine lyrische Momentaufnahme dieser Zeit.
„Es war einmal ein Lattenzaun,
mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. .
Ein Architekt, der dieses sah,
stand eines Abends plötzlich da – .
und nahm den Zwischenraum heraus
und baute draus ein großes Haus. .
Der Zaun indessen stand ganz dumm
mit Latten ohne was herum, .
ein Anblick gräßlich und gemein.
Drum zog ihn der Senat auch ein. .
Der Architekt jedoch entfloh
nach Afri – od – Ameriko..“
Zum Autor: Christian Morgenstern (1871–1914) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller, der vor allem durch seine witzigen und verspielten Gedichte bekannt wurde. Die wichtigste Gedichtesammlung die berühmte „Galgenlieder“-Sammlung. Morgensterns Werke verbinden sprachliche Leichtigkeit mit philosophischer Tiefe und hintergründigem Witz. Er gilt als Pionier des literarischen Nonsens im deutschen Sprachraum. Neben seinem komischen Werk war er auch an spirituellen Themen interessiert, insbesondere an der Anthroposophie Rudolf Steiners. Trotz seines kurzen Lebens hinterließ Morgenstern ein umfangreiches und stilistisch vielfältiges Werk, das von Ironie, Sprachkritik und einem feinen Sinn für Absurdität geprägt ist.
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Interpretation: „Der Lattenzaun“ ist ein typisches Beispiel für Morgensterns satirische Lyrik. Im Mittelpunkt steht ein scheinbar banaler Gegenstand, der zur Grundlage für eine groteske und schreiend komische Posse wird. Die Leere der modernen Architektur wird es sein, welche er mit den „Zwischenräumen“ auf die Schippe nimmt. Dies ist subtile Kritik an technokratischem oder rein funktionalem Denken: Was bleibt vom Sinn eines Objekts, wenn man ihm das Wesenhafte – hier: die Durchlässigkeit. Das Gedicht zeigt dabei auf den Schuldigen als Repräsentanten für die kritisierte Entwicklung in diesem Gesellschaftsbereich: Den Architekten.
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Im Kontext der Zeit: Das Gedicht entstand in einer Epoche der Umbrüche, auch in der Architektur. Morgenstern beobachtete diese Entwicklungen mit Skepsis und verarbeitete sie mit Ironie. Die Idee, aus „Zwischenräumen“ etwas „Großes“ zu bauen, klingt nach Parodie eines Fortschrittsglaubens, aber auch der Rationalisierungstendenzen, insbesondere in der Architektur. Die blödelnde Sprache des Gedichts mag diesen tieferen Sinn überdecken. Nur wer das „Unsichtbare“ lesen kann, bzw. zwischen den Zeilen liest, versteht..